Enrique Mendoza Mejia – Komposition

Doktoratsprojekt

Elektroakustische Komposition für hybride Diffusionssysteme

In meiner Forschung konzentriere ich mich auf die Kombination von Klangdiffusionssystemen, um erweiterte 3D-Klangfelder für die Komposition von elektroakustischer Musik zu erzeugen. Als Teil meiner Methodik verwende ich ein hybrides Diffusionssystem, d.h. eine Mischung aus Kopfhörern, Lautsprecherarrays und physischen Umgebungen, um miteinander verbundene Schichten von Klangfeldern zu erzeugen. Von besonderem Interesse für meine Untersuchung sind die Affordanzen, die Interaktionen zwischen natürlichen oder künstlich konstruierten Klangfeldschichten in Bezug auf Kreation und Wahrnehmung erzeugen. Die Entwicklung hybrider Diffusionssysteme bietet viele mögliche Setups und Anwendungen, zusätzlich zu den künstlerischen und technischen Verzweigungen, die ich untersuchen werde. Fortschritte in der 3D-Audiotechnologie eröffnen neue Räume für die Wahrnehmung von verräumlichter Musik und machen sie für mich als Schöpfer und ein breiteres Publikum zugänglicher.

Einige der Fragen, die durch diese Konzepte aufgeworfen werden, sind: Was sind die klanglichen Eigenschaften, die durch das Abhören von Schichten von Klangfeldern durch ein hybrides Diffusionssystem erzeugt werden, und was sind die Wechselwirkungen mit meiner kompositorischen Praxis in künstlerischer und technischer Hinsicht? Welche Audiomischtechniken und Abhörsysteme erzeugen eine detailliertere Klanglokalisierung innerhalb der verschiedenen Diffusionssysteme und wie beeinflussen sich diese Systeme gegenseitig, um zusammenhängende Klangfelder zu erreichen? Was ist eine Audio-Mischmethode, die einen konsistenten Rahmen bietet, um den kompositorischen Prozess flüssiger und kreativer zu gestalten? Was sind die Herausforderungen bei der Live-Präsentation und Übertragung der Musik?

Mit Hilfe von praxisbasierter Forschung möchte ich diese Fragen systematisch durch meine Praxis als Komponist angehen. Ich werde Kompositionen von automatisierter elektroakustischer, verräumlichter Musik schaffen und mit hybriden Klangdiffusionssystemen experimentieren, um neue immersive Hörerfahrungen zu erreichen.

Erstbetreuer: Univ.Prof. Dr. Volkmar Klien, ABPU
Zweitbetreuer: Univ.Prof. Dr. Gianpaolo Evangelista, mdw

 

Biografie

Enrique Mendoza aus Mexico City ist ein Musiker mit dem Schwerpunkt Akusmatik und Live-Elektronik. Bei seinen elektroakustischen Kompositionen und Performances kommen DIY-Analogoszillatoren, Lo-Fi-Mini-Synthesizer, maßgeschneiderte Software, Musikproduktions-technologie und Mehrkanalsysteme zum Einsatz. Er arbeitet mit Performern zusammen, um neue Wege zu beschreiten und spezifische Einblicke in die Instrumente und den Ausdruck der Performer zu gewinnen.

2020 wurde er als Artist-in-Residence in das Museumsquartier eingeladen, um ein Mehrkanalstück für die Tonspur Kunstverein Wien zu komponieren. KulturKontakt Austria und das Programm AIR-Niederösterreich in Kooperation mit dem Bundeskanzleramt Österreich wählten Mendoza als Composer-in-Residence in den Jahren 2017 und 2019 aus. Im Jahr 2014 veröffentlichte er das Album "Below Sea Level", herausgegeben von Future Music Records in London. Bei den Independent Music Awards in New York wurde sein Stück "Cassiopeia" als beste Instrumentalkomposition 2014 nominiert. Er vertrat Mexiko beim 51. Internationalen Komponistenwettbewerb der Unesco in Paris sowie bei der 59. Ausgabe, die vom Internationalen Musikrat in Stockholm organisiert wurde. Enrique Mendoza erhielt Kompositionsaufträge, Preise und Stipendien von Institutionen und Ensembles in Europa, den USA, Asien und Mexiko.

Seit 2005 unterrichtet Mendoza Komposition, Klang und Bild sowie Musikproduktion an verschiedenen Universitäten und Institutionen in Mexiko. Seit 2019 ist er Professor an der National Cinematographic Arts School, UNAM, MX. Enrique Mendoza hat einen Master-Abschluss vom Conservatorium van Amsterdam und promoviert derzeit an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz, Österreich. 

http://enriquemendoza.net