Linzer Gespräche zur Kunst - Katharina Anna Loidl

Veranstaltungsart:
Vortrag
Veranstaltungstitel:
Linzer Gespräche zur Kunst - Katharina Anna Loidl
Wann und Wo:
23.10.2018 - 19:00 - Kleiner Saal
Abhaltungsstatus:
fix
Themen:
  • Top Events
  • Vortrag
Kontakt:
Brandstätter, Ursula; Univ.Prof. Dr.
Andere Konditionen:
keine
Inhaltlicher Ausgangspunkt für den architekturbezogenen Wettbewerb war die künstlerische Auseinandersetzung mit der Geschichte des Standortes der Bruckneruniversität auf den ehemaligen Hagengründen. Das Schloss Hagen wurde im Jahr 1571 errichtet, wechselte über die Jahrhunderte Besitzer und Erscheinungsbild, bis es 1963 vollständig abgerissen wurde. Adalbert Stifter bewohnte über 17 Jahre hinweg mehrere Zimmer im Gästetrakt des Schlosses. In seinem Roman „Der Nachsommer”, den er während seiner Aufenthalte auf Schloss Hagen verfasst hatte, finden sich in den ausführlichen Beschreibungen örtlicher Gegebenheiten zahlreiche Parallelen zum Schloss Hagen wieder. In einem Dialog zwischen dem Erzähler und dem Schlossherrn wird die Verantwortung zur Bewahrung von Kulturgütern für die Nachwelt postuliert. Eine Äußerung des Schlossherrn „Alles, was ist, wie groß und gut es sei, besteht eine Zeit, erfüllt einen Zweck, und geht vorüber.” (aus: Adalbert Stifter, Der Nachsommer) bildet das Leitmotiv für die künstlerische Intervention.
Dieses Zitat wurde in die Gegenwart übertragen und mittels Sandstrahltechnik in die Betonoberfläche der Freitreppe im Außenbereich der Anton Bruckner Privatuniversität eingraviert. Einzelne Lettern fließen buchstäblich über die großen Stufen der Freitreppe. Durch die Bewegung im architektonischen Raum wird das Zitat für
die Rezipient/innen körperlich erfahrbar. Von einem zentralen Blickpunkt vor der Freitreppe aus betrachtet, fügen sich die einzelnen Buchstaben zu einem kompakten Schriftbild zusammen und werden in ihrer gesamten Dimension sichtbar. Das autobiografische Element in Stifters Romanen wurde in der künstlerischen Konzeption
aufgegriffen und unter dem Aspekt poetischer Reflexion von Historischem ins Zeitgenössische übertragen.

KATHARINA ANNA LOIDL studierte Kulturwissenschaften und Experimentelle Gestaltung an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz. Seit
2009 ist sie als freischaffende Künstlerin in den Bereichen Fotografie, Video, Grafik
und Installation tätig. Die Erweiterung des Räumlichen, die Skepsis gegenüber dem
Sichtbaren und die feinen Irritationen des Alltäglichen liefern den Anreiz zu ihrer
konzeptuellen Arbeitsweise. In ihrem künstlerischen Formenvokabular untersucht
sie das verbindende Element des Abstrakten mit dem Gegenständlichen, des Historischen mit dem Zeitgenössischen, der ländlichen Natur mit urbaner Architektur. Ihre Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen international ausgestellt. Für ihre künstlerischen Werke wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Programm

Rektorin Ursula Brandstätter im Gespräch mit Katharina Anna Loidl über ihr Siegerprojekt des geladenen Kunst am Bau-Wettbewerbs des Landes OÖ: Schriftintervention auf Freitreppe (Sandstrahlarbeit in Beton)
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Szenische Lesung aus Adalbert Stifters Roman „Der Nachsommer”
Mit Studierenden des 1. Jahrgangs Schauspiel
Leitung: Joachim Rathke

Kosten

Eintritt frei
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