Doktoratsprojekt Damian Cortes Alberti

Choreo-graphieren in Transmedialität

Die Möglichkeiten, die Tanz-Notation als kreatives Produktionswerkzeug bietet, eröffnen der Forschung ein weites Feld, sind aber noch zu einem großen Anteil unerforscht. Statt dessen wird Tanznotation derzeit meist auf die Archiv- und Dokumentationsarbeit von Choreographien beschränkt.

Im Rahmen meiner Doktorarbeit interessiere ich mich für die Analyse der internen Prozesse, die bei der kreativen Gestaltung einer Bewegung, sowie ihrer Notation auftreten und umgekehrt für das Verhältnis von Notation zu Bewegung. Meine Forschung beschäftigt sich mit dem Zusammenhang zwischen der Kreation einer Bewegung, ihrer Ausführung und Interpretation, sowie ihrem expressiven Gehalt und den Fragen ihrer Notation. Ich betrachte die notierte Partitur als ein Element, das die endgültige Gestalt des Tanzes entscheidend unterstützt. Mein Ziel ist es, die transmedialen Eigenschaften zu untersuchen, die der Arbeit mit Notationen  inhärent sind, um eigenständige Strategien für die Produktion von Tanz zu entwickeln.

Dabei interessieren mich folgende Fragen: Inwiefern bereichert der Gebrauch von Tanznotation und Bewegungs-Partituren den kreativen Prozess bei beim Prozess des Choreographierens? Was passiert, wenn Bewegung in einem anderen Medium reflektiert wird und wie verändert dieser Prozess die ursprüngliche kreative Arbeit? Wie wird das Endergebnis durch multiple Medientransformationen  während der kreativen Arbeit, und durch die Notation und die Dekodierung der notierten Bewegung verändert? Wie spielen diese transmedialen Beziehungen eine Rolle in der Gestaltung von Tanz?

Ich beabsichtige, aus der Praxis heraus Werkzeuge zu entwickeln, die Kreativität in choreographischen Prozessen verbessern oder stimulieren, um damit Plattitüden oder willkürliche Zufallsprozesse in der Kreation vermeiden zu können.  Mit meinen Untersuchungen möchte ich einen Korpus konzeptionellen und theoretischen Wissens generieren, der auch anderen Performer*innen von Nutzen ist.

Erstbetreuerinnen: Univ. Prof. Rose Breuss und Prof. Dr. Claudia Jeschke, ABPU
Zweitbetreuerin: Univ. Prof. Dr. Karin Harasser, Kunstuniversität Linz

Biographie

Damian Cortes Alberti (geb. in Argentinien) erhielt seine Ausbildung an der Tanzschule Arte XXI, am Escuela Argentina de Tango, am Instituto Universitario Nacional del Arte und am Teatro Colon in Buenos Aires. Parallel zum Studium als Tänzer absolvierte er eine Gesang- und Schauspielausbildung. Noch als Student tanzte er in zahlreichen Kompanien in Argentinien wie beispielsweise in der Kompanie El Escote, im Ballet de Bolsillo unter der Leitung von Oscar Araiz und im Ballet Neoclásico de Buenos Aires. 2005 wurde er Mitglied des Ballet Contemporaneo del Teatro San Martin Buenos Aires, wo er unter anderem mit Mauricio Wainrot, Marc Ribaud und Richard Wherlock zusammen arbeitete. Von 2008 bis 2010 war er Mitglied der spanischen Kompanie Art Transit Barcelona unter der Leitung von Maria Rovira.

Nach Engagements im Staatstheater Darmstadt ist er seit der Spielzeit 2013/14 am Landestheater/Linz engagiert. Seit 2016 arbeitet er als freischaffender Tänzer, Schauspieler, Choreograph und Lehrer mit Produktionen in Österreich, Kroatien, Deutschland, Südkorea und Argentina. Damian Cortes Alberti absolvierte im Jahr 2019 seinen Master in Arts (Tanzpädagogik) und Choreografie an der Anton Bruckner Privatuniversität Oberösterreich und wurde im selben Jahr in das Promotionsprogramm der Universität aufgenommen.