„20 Jahre Österreichische Privatuniversitäten“

Ein Hochschulsektor macht Karriere: Präsentation aktueller Entwicklungen und Pläne

Vor genau 20 Jahren, im Jahr 1999, wurde das Bundesgesetz zur Gründung von Privatuniversitäten beschlossen. Seitdem hat sich der Sektor sehr erfolgreich entwickelt: Im ersten Halbjahr 2019 startete die Bertha von Suttner Privatuniversität ihren Studienbetrieb. Dadurch stieg die Gesamtzahl der österreichischen Privatuniversitäten auf nunmehr 14; weitere sind in Planung. Über 18.197 Absolventinnen und Absolventen haben bislang ihren Abschluss an einer Privatuniversität gemacht. Die Statistik des Studienjahres 2018/19 bestätigen einen Zuwachs von rund 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aktuell sind 14.446 Studierende an Privatuniversitäten inskribiert.

 

Meilensteine der letzten 20 Jahre

Insgesamt haben sich die Privatuniversitäten in Österreich gut etabliert, das betont auch Elmar Pichl, Leiter der Hochschulsektion im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMWF): „Privatuniversitäten haben sich in den letzten 20 Jahren in Österreich erfolgreich etabliert. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum österreichischen Hochschulsystem und sind in der Governance desselben entsprechend mitzudenken. Doch auch nach zwei Jahrzehnten zeichnen sich Notwendigkeiten und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen für den Sektor der Privatuniversitäten ab. Daran gilt es gemeinsam zu arbeiten.“ Aus der Sicht der Österreichischen Privatuniversitäten-Konferenz ist diese positive Entwicklung nicht nur dem Fleiß jeder einzelnen Privatuniversität zu verdanken, sondern auch verschiedenen strategischen Maßnahmen des Ministeriums, die zur erfolgreichen Entwicklung der Privatuniversitäten beigetragen haben: Das Zusammenführen des Aufgabenbereiches von ursprünglich drei getrennten Qualitätssicherungsagenturen in der „AQ Austria“ 2012 trägt kontinuierlich zu einem steigenden Bewusstsein über die hohen Qualitätsanforderungen an Privatuniversitäten bei; die Aufnahme der ÖPUK in die Hochschulkonferenz 2014 hat eine neue Qualität des Dialogs mit anderen Stakeholdern des österreichischen Hochschulraums ermöglicht. „Erwähnenswert sind ferner der Zugang der Privatuniversitäten zu öffentlich ausgeschriebenen Forschungs-, Technologie-, Entwicklungs- und Innovationsprogrammen des Bundes (PUG Novelle 2012), die Aufnahme der Studierenden österreichischer Privatuniversitäten in die österreichische Hochschülerschaft (Novelle des HSG 2014), die Aufnahme der Privatuniversitäten in die Delegiertenversammlung des FWF (Wissenschaftsfonds Novelle 2015) und in die NQR Steuerungsgruppe (NQR Gesetz 2016)“, schildert ÖPUK-Präsident Karl Wöber.

Eine neue Privatuniversität und innovative Studienangebote

Privatuniversitäten leisten einen wichtigen Beitrag zur Diversifizierung und Komplementierung der österreichischen Hochschullandschaft. Eine ihrer Rollen ist es, innovative Studienrichtungen zu entwickeln, die sich an der Nachfrage des sich ständig entwickelnden Arbeitsmarkts orientieren, schildert Stefan Hampl, Vorstandsmitglied der ÖPUK und Vizerektor für Lehre an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien: „Die heimischen Privatuniversitäten bieten dabei mit ca. 200 Studien ein breites Studienangebot, sowohl Studienangebote als auch Infrastruktur werden laufend ausgebaut.“ Im Sommersemester 2019 startete die Bertha von Suttner Privatuniversität in St. Pölten ihren Lehrbetrieb in Partnerschaft mit dem Österreichischen Arbeitskreis für Gruppentherapie und Gruppendynamik (ÖAGG). Mit der Akademisierung der psychotherapeutischen Ausbildung sollen die Akzeptanz von Psychotherapie gestärkt, die wissenschaftliche Erforschung des Feldes vorangetrieben und das Fach auf Augenhöhe mit Medizin und Psychologie gebracht werden.

Forschung und Entwicklung an den Privatuniversitäten

Auch Forschung und Entwicklung (F&E) in privater Trägerschaft gewinnt in Österreich zunehmend an Bedeutung und ist eine zentrale Aufgabe der Privatuniversitäten. Als Maß für den Erfolg wird oft die Einwerbung von kompetitiven Forschungsfördergeldern herangezogen, also Gelder, die durch einen rigorosen Auswahlprozess vergeben werden, um wirklich herausragende Forschungsprojekte zu unterstützen. Hier kann man die Privatuniversitäten als sehr erfolgreich bezeichnen: Eine im Jahr 2017 publizierte Studie des ibw kommt zu dem Ergebnis, dass die Privatuniversitäten mit einem Anteil von 15 Prozent der F&E-Mittel aus dieser Quelle vor den öffentlichen Universitäten (13 Prozent) liegen. „Auch bei den aus internationalen Quellen lukrierten Mitteln (z.B. EU) stehen die Privatuniversitäten den öffentlichen Universitäten nicht nach“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Sabine Schindler, Vorstandsmitglied der ÖPUK und Rektorin der UMIT - Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik.

Pressegespräch 20 Jahre Österreichische Privatuniversitäten
Montag, 24. Juni 2019, 11:00 Uhr, Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien

Mit

Mag. Elmar Pichl, Leiter der Hochschulsektion im Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMWF)
Univ.-Prof. Dr. Karl Wöber, Präsident der Österreichischen Privatuniversitäten-Konferenz (ÖPUK) und Rektor der MODUL University Vienna Private University
Ass.-Prof. MMag. Dr. Stefan Hampl, Vorstandsmitglied der ÖPUK und Vizerektor für Lehre an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien (SFU)
Univ.-Prof. Dr. Sabine Schindler, Vorstandsmitglied der ÖPUK und Rektorin der Privaten Universität für Gesundheitswissenschaften, medizinische Informatik und Technik (UMIT)

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