La Strada. Das Lied der Straße

Am Ende holen sich alle den verdienten Applaus ab, die Schauspieler aufgereiht an der Rampe.  Das polnische Leitungsteam steht bescheiden ganz am Rand. Schaut wie aus Distanz auf die Chemnitzer Schauspieler, die eben das Lied von der unstillbaren Sehnsucht nach Liebe und Glück gesprochen und gespielt haben. Bezeichnende Geste. Als kühler, nachdenklicher Betrachter von außen hat Robert Czechowski mit eindrucksstarken, eher symbolischen, fast holzschnittartigen Bildern des Italieners Fellini lebenspralle, von allen unglücklichen Leidenschaften der Verhältnisse, die leider so sind, erfüllte Welt auf der „Strada“ auf die Schauspielhausbühne übertragen. Das Premierenpublikum gestern, Samstagabend, war angetan von der kühlen Ostsonnen-Sicht ohne südländisches Flirren.
Die vier Studenten des Schaupielstudios (Marko Capor, Rebecca Halm, Daniel Hölzinger, Svenja Koch) tanzen mit ihrem Obersoldaten Philipp von Schön-Angerer sprechende Bilder. Aleksandr Azarkevitch hat ihnen eine bestechende Atmosphäre schaffende Choreografie auf die Gliedmaßen geschneidert – sie sind Soldaten, Volk, unglückkriechende Lemuren. Und Wagenschieber.

Regie Robert Czechowski
Ausstattung Wojciech Stefaniak
Choreografie Aleksandr Azarkevitch
Dramaturgie René Rainer Schmidt