spielt im Theater der Stadt Aalen
in der Produktion „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“
von Bertold Brecht
Inszenierung: Katharina Kreuzhage
Kostüme: Christina Hillinger
Bühnenbild: Ariane Scherpf
Brechts HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE ist eines der wenigen Theaterstücke, das wirtschaftliche Zusammenhänge mit theatraler Sprache und in packenden Szenen darstellt. Brecht lotet die Schnittstelle von Wirtschaft und Mensch aus. Die beharrliche Johanna Dark trifft auf den Schlachthof-König Pierpont Mauler, der sie von der grundsätzlichen Schlechtigkeit der Armen überzeugen will. Aber die Rechnung geht nicht auf: Am Ende des Stücks ruft die sterbende Johanna zur Gewalt gegen die Unterdrücker auf.
Es ist erstaunlich, dass Stücke wie DIE HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE, die offen zum gewaltsamen Umsturz aufrufen, überhaupt gespielt werden dürfen. Würde man sie ernst nehmen, müsste man sie verbieten.
Ist eine Aufführung der HEILIGEN JOHANNA deshalb automatisch ein Eingeständnis, dass Kunst wirkungslos ist? Ja — und nein. Eine funktionierende Demokratie kann und muss sich mit ihrem Gegenentwurf auseinandersetzen.
Bertolt Brecht (1889-1956) gilt als einflussreichster deutscher Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Der Begründer des „Epischen Theaters“ emigrierte 1933 nach Amerika, 1949 kehrte er nach Deutschland zurück und entschied sich für ein Leben in der DDR. DIE HEILIGE JOHANNA DER SCHLACHTHÖFE entstand mitten in der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1931, blieb im Nationalsozialismus wie in der DDR verboten und wurde erst 1959 am Hamburger Schauspielhaus uraufgeführt.


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