von Pierre Carlet de Marivaux
Regie: Peter Wittenberg
Bühne und Kostüm: Ute Lindenbeck
Es spielen: Nick–Robin Dietrich, Aline Eydam, Felicitas Franz, Elisabeth Hütter, Jonathan Schimmer, Julian Sigl und Serkan Temel
Termine: 13.05., 19.5., 21.5., 29.5., 3.6. jeweils 20.00 Eisenhand
Reservierung: Kartenservice 0800 218 000 oder Online
Einheitspreis € 9,00
Ermäßigt für Lehrlinge, Schüler, Studenten, Zivil- und Präsenzdiener € 5,00
Der Spiegel:
Der 17jährige Marivaux liebt ein junges Mädchen wegen ihrer unverstellten Natürlichkeit. Einmal verabschiedet er sich von ihr, kehrt aber zurück, weil er einen Handschuh vergessen hat, und ertappt das Mädchen dabei, wie es vor dem Spiegel "sich selbst alle Bewegungen vorführte, in der ich ihr Gesicht während unserer Unterhaltung gesehen hatte; und es erwies sich, dass ihre Mimik, die ich für so natürlich gehalten hatte, nichts anderes war,..., als ein Taschenspielertrick .... Ich hatte eben die Maschinerie der Oper gesehen ... aus diesem Erlebnis entstand meine Menschenfeindlichkeit, die mich nie verlassen hat und die mich dazu führte, während meines ganzen Lebens die Menschen zu studieren ..." Marivaux
"Es gibt Masken, bei denen es schwierig ist, sie nicht für das Gesicht zu halten. Aber es gibt auch viele, die sind so grob, dass man sie auf Anhieb erkennt; und diese verzeihe ich den Menschen gern, weil sie mich zum Lachen bringen oder mir Mitleid einflössen ..... nur die raffinierten, geschmeidigen Eitelkeiten empören mich .... Diese sind nur töricht, ihr aber seid außerdem noch bösartig." Marivaux: „Betrachtende Prosa"
"Keine Leere. Ich bin wie die Natur, mir graust vor ihr." Marivaux: "Betrachtende Prosa"
"Untreue ist weit davon entfernt, ein Verbrechen zu sein; ich behaupte sogar, dass man keinen Moment zögern soll, eine solche zu begehen, wenn man dazu versucht wird, es sei denn, dass man die Leute mit böser Absicht täuschen will." Marivaux: "L´Heureux stratagème"
"Die Beständigkeit verleiht etwas Ernstes und Beherrschtes, das die Liebe gefrieren lässt.... Halte die Menschen stets im Ungewissen, wiege sie nie in Sicherheit. Wirke eher schuldig als allzu unschuldig. Zumindest musst du mit Geschick beständig sein, man darf nie eindeutig wissen, ob du es sein wirst, und nicht einmal, ob du es bist.... Das ist die ganze Geschicklichkeit der Liebenden auf beiden Seiten. Ist sie anwendbar? Vielleicht nicht: der Verstand empfiehlt sie zwar, doch das Herz vermag keinen Gebrauch davon zu machen." Marivaux: "Betrachtende Prosa"










