PURIMSPIL

Im Rahmen des Programms von Linz09, Kulturhauptsatdt Europas, unterrichtet der Regisseur und Schauspieler David Maayan, David Maayan, Leiter der „Academy of the Impossible“, seit Oktober 08 die Studierenden des 2. Jahrgangs des Instituts Schauspiel.
Von Februar bis Mitte März 09 werden diese Studierenden überdies in der Produktion
PURIMSPIL - DAS SPIEL VOM ÜBERLEBEN
Premiere: 11. März 09
Konzept / Regie: David Maayan
zu sehen sein.
WO //
Cembran Keller
Kellergasse 6, 4020 Linz

MITWIRKENDE //
Joshua Sobol (Text), Ida Kelarova / Desiderius Dužda / Tomas Kaco (Musik)

Eine Kooperation mit der Anton Bruckner Privatuniversität

http://www.linz09.at/de/detailseite/programm/programm/ankuendigungen09/1495889.html

DAS SPIEL VOM ÜBERLEBEN

Das jüdische Purimfest, in Szene gesetzt von David Maayan, bringt Ausgelassenheit, Auflehnung und eine kleine Geschichtsstunde in die Linzer Unterwelt.
Heiterkeit und Rebellion, Fluchen und Völlern, Feiern und Dampf ablassen. Das alles steht im Mittelpunkt, wenn das jüdische Purimfest, ähnlich dem christlichen Fasching, Einzug hält in Linz. Mit Masken und Kostümen begeht man die heitere Feierlichkeit, in der fast alles erlaubt ist – die Unterschiede zwischen Gut und Böse, Tag und Nacht, Theater und Realität verschwimmen, Anarchismus und Rebellion gegen Autoritäten gehören zum guten Ton und stellen den Motor der Tradition dar. Ihr Ursprung – aus Anlass der Rettung der persischen Juden – liegt in Vororten und Dörfern, gruseligen Absteigen und verlassenen Gaststätten. Erst allmählich wurden die radikal-subversiven Aktionen zu offiziellem Kulturgut. Wenn nun PURIMSPIL in das Stollensystem des Linzer Cembran Kellers einlädt, so verdeutlicht die Wahl dieses düsteren, geschichtsträchtigen Ortes die Ansiedelung des Stückes in der Halbwelt noch mehr. Zwischen großen Weinfässern werden die Figuren das Purimfest gebührend zu feiern wissen und ihr Publikum in den Taumel mitreißen.

David Maayan, Regisseur und Schauspieler, wurde durch sein hoch gelobtes, fünfstündiges Theaterprojekt „Arbeit macht frei“ über die Grenzen Israels hinaus berühmt. In Österreich erinnert man sich vor allem an die Schauspielhaus-Inszenierung des „Familientisches“, die erstmals als Koproduktion mit den Wiener Festwochen 2005 gezeigt wurde und aufgrund des großen Erfolges in den darauf folgenden Jahren wieder aufgenommen wurde. Für den Text, der im Rahmen von Workshops gemeinsam mit den SchauspielerInnen erarbeitet wird, konnte David Maayan den israelischen Dramatiker und Schriftsteller Joshua Sobol gewinnen, der 1984 durch sein Stück „Ghetto“ weltweite Bekanntheit erlangte. Die musikalische Unterstützung kommt von Ida Kelarova, einer Roma- Sängerin, die bereits in „Der Familientisch“ durch ihre ergreifend eindringlichen Lieder beeindruckte.

 

Maayan

 

 

 

 

David Maayan

Geboren in Acco, Israel. Studierte Regie und Schauspiel an der Universität Tel Aviv.
Gewann den Preis für die beste Performance beim ersten Theaterfestival in Acco mit Altermans ´´Ghost Inn´´, einige Jahre später mit seinem eigenen Werk ´´Memories of the second generation´´, und danach mit ´´Arbeit macht frei´´, das auch in Berlin, Hamburg und Zürich ausgezeichnet wurde, und in Wien 1995 zu sehen war.
Leitung des Straßentheaterfestivals Jerusalem. Maayan gründete und leitete das Acco Theater Center. 1995 künstlerische Leitung des Acco Festival.1998-99 Projekt „Kohelet“, das u.a.in Deutschland, Frankreich, Belgien und auch bei den Wiener Festwochen zu Gast war.
Im Jahr 2000 gründete er das Schlomi Center for Work and Creation an der israelisch-libanesischen Grenze. Teil des Zentrums ist eine Schule für alternatives Theater.
Unterrichtete an den Universitäten von Haifa, Tel Aviv und Wien, regelmäßig internationale Workshops.
Für das Stadttheater Haifa übersetzte und inszenierte David Maayan Becketts ´´Endspiel´´, das im Mai 2004 Premiere hatte.
Mit dem Ensemble des Schlomi Center kreierte Maayan 2004 das Stück ´´Our lifework- forgotten memory´´, das im Mai 2005 in Rumänien zu Gast war.
2004/05 kam er als ‚artist in residence’ ans Wiener Schauspielhaus und kreierte dort den „Familientisch“, der auch im Rahmen der Festwochen 2005 und 2007 zu sehen war. 2007 schrieb und inszenierte er im Schauspielhaus den „Ubu Komplex“, sowie eine Fortsetzung des „Familientisch“.
Im Sommer 2007 entstand im israelischen Shlomi Center die Performance „The Sleepers“, die Maayan als Dramaturg begleitete.
September 2007 Teilnahme beim Midentity Festival Nitra (Slowakei) als Vertreter Österreichs gemeinsam mit Melitta Jurisic.
Maayan entwickelte eine eigene Theatersprache, die mit persönlichem Material als Ausgangspunkt der dramatischen Entwicklung arbeitet. Die Themen seiner künstlerischen Projekte sind die innere Welt, das innere Zuhause, und der Prozess der Erinnerung, der als Gegensatz zum Vergessen steht.
Für die Kulturhauptstadt Linz 09 leitet David Maayan derzeit die „Academy of the Impossible“. Im März 2009 hat sein Stück „Purimspiel“ in Linz Premiere.