WINTERJAZZNITES MIT PHIL WOODS
Donnerstag 10. Februar 2011, ab 15:00 Uhr
Freitag, 11. Februar 2011, ab 17:00 Uhr
beide Säle, Anton Bruckner Privatuniversität
Eintritt: pro Tag 10 €, für Studierende und Lehrende der Anton Bruckner Privatuniversität frei
10.2:
15:00 Uhr, großer Saal Bühne: Westcoast Orchestra
16:00 Uhr, kleiner Saal: Brückenköpfe Ensemble
17:00 Uhr, großer Saal Bühne: Pruritus Ani
18:00 Uhr, kleiner Saal: Epixenter (BA Diplom Manuel Podhostnik, Schlagzeug)
19:00 Uhr, großer Saal Bühne: T.O.P.
20:00 Uhr, kleiner Saal: Gäste: Question Quartet plays the Music of Peter Herborn
21:00 Uhr, großer Saal Bühne: Frick-Helbock Duo (BA Diplom Simon Frick, Violine)
22:00 Uhr, kleiner Saal: Aerdung
11.2.:
17:00 Uhr, großer Saal Bühne: Helmut Kaplan Trio
18:00 Uhr, kleiner Saal: Blasbrüder (MA Diplom Stefan Moll, Komposition)
19:00 Uhr, großer Saal Bühne: Gast: Phil Woods
20:00 Uhr, kleiner Saal: Taalis Timeline (MA Diplom Bernhard Schimpelsberger,
Schlagzeug)
21:00 Uhr, großer Saal Bühne: Haidecker-Arman Duo
22:00 Uhr, kleiner Saal: Carpaccio Quintet
Programmkoordination: Christoph Cech
Saxofonlegende Phil Woods an der Bruckneruni – die alljährlichen Winterjazznites des Instituts für Jazz und Improvisierte Musik (JIM) der Anton Bruckner Privatuniversität machen es möglich! Am 10. und 11. Februar laden die besten Ensembles der Studierenden wieder in beide Säle zu einem spannenden Konzertmarathon mit Jazz in all seiner Vielfalt.
Das bisherige Motto der Winterjazznites „Think Bigger“ wird heuer durch „Think!“ abgelöst. Damit möchte Institutsdirektor und Mastermind Christoph Cech einen starken Schwerpunkt zum Thema „Komposition im Jazz“ setzen. Auch internationale Gäste dürfen da natürlich nicht fehlen: Neben der internationalen Jazz-Größe Phil Woods wird auch das Question Quartet auftreten und die Musik des Jazzdenkers Peter Herborn zum Klingen bringen.
Auch auf die Wiedergeburt des Brückenköpfe Ensembles unter der Leitung von Christoph Cech darf man schon gespannt sein: Die Mischbesetzung aus „Klassikern“ und „Jazzern“ spielt ausschließlich in enger Tuchfühlung mit den Interpreten am Haus entstandene Werke. Trotzdem und gerade deswegen: Keep swingin’!
Workshops mit Peter Herborn: „Akkordsprache – Umsetzung in Komposition und Arrangement“
9. Februar: 12:00 – 18:00 Uhr
10. Februar: 9:00 – 15:00 Uhr
Kleiner Saal, Anton Bruckner Privatuniversität
Saxofon und Rhytm.sect.workshop mit Phil Woods
11. Februar: 11:30 – 14:30 Uhr
Ensembleraum Institut JIM, Sandgasse 12a
Biografien
Christoph Cech
Christoph Cech wurde 1960 in Wien geboren. Er studierte 1967 – 1983 Klavier, Rhythmik (H.-U. Staeps), Schlagwerk (K. Hammer), Tonsatz (R. Portisch) und Jazztheorie (H. Czadek) am Wiener Konservatorium. Seit 1977 ist Cech Mitbegründer, Pianist und Komponist in zahlreichen, im Spektrum des experimentellen Jazz angesiedelten Ensembles wie NOUVELLE CUISINE BIGBAND, JUBILO ELF, STRIPED ROSES, Trio MONDAUTOS, Duo MÜTTER/CECH, CAMERATA OBSCURA, GIUFFRE ZONE Trio u. a. Cech kann Auftritte bei zahlreichen Festivals und eine rege Tourneetätigkeit vorweisen. Seit 1996 ist er Mitbegründer und Leiter/Dirigent des im Bereich der zeitgenössischen Musik tätigen JANUS ENSEMBLES; seit 1994 Mitbegründer und Jurymitglied des vom Musikforum Viktring betreuten Gustav-Mahler-Kompositionspreis der Stadt Klagenfurt. 1997 – 1999 und 2002 – 2003 war er künstlerischer Leiter des Grabenfestes der Österreichischen Beamtenversicherung. 2004 – 2006 war er Artist in Residence am Brucknerhaus Linz, seit 2006 ist er künstlerischer Leiter des „JIMS Stadtpfeifer“-Kompositionswettbewerbes in Salzburg und seit 2010 Artist in Residence für „Musik aktuell“ in Niederösterreich. Er macht seit 1993 zahlreiche Projekte mit Lehrlingen und Schülern, hat seit 1998 einen Lehrauftrag für Tonsatz an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien und ist seit 1999 Direktor des Instituts für Jazz und improvisierte Musik (JIM) an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz. 2001 – 2003 war er Kurator des
„Moment ! Musik“-Projektes des österreichischen Kulturservice, 2004 habilitierte er zum Universitätsprofessor im Fach „Jazzkomposition“ und seit 2005 unterrichtet er „Analyse Jazz“ an der Donauuniversität Krems.
Weitere Infos auf http://www.christoph-cech.com/
Peter Herborn
Peter Herborn ist Professor für Jazz-Komposition/Arrangement, Theorie, Ensemble und Bigband-Leitung am Studiengang Jazz der Folkwang-Hochschule Essen und auch dessen Beauftragter. Herborn ist als Komponist in verschiedenen Bereichen aktueller Musik tätig: Bis 2002 widmete er sich großteils dem zeitgenössischen Jazz. 1992 – 2002 lag sein Fokus darauf, die Bigband von den Klischees dieser fest definierten Formation zu befreien. Die Rezensionen der internationalen Presse zu seinen Produktionen LARGE 2 (2002), LARGE 1 (1998) und Traces Of Trane (1992) bescheinigten ihm das Gelingen dieser Absicht. 1985 – 1988 arbeitete er auch noch als Posaunist mit seinem Septett Acute Insights. Mit diesem Ensemble nahm er die zwei Tonträger Acute Insights (1988) und Acute Insights Subtle Wildness (1986) auf. Für seine JMT-Produktion erhielt er, ähnlich wie später mit den LARGE-Werken, erstmals hervorragende Kritiken. Nach der Veröffentlichung von LARGE 2 im Jahr 2002 wandte er sein Interesse einem anderen Gebiet der Gegenwartsmusik zu: Bereits 1991 hatte er mit seiner JMT-Produktion Something Personal für Streichquartett und Jazz-Solisten erste Anknüpfungspunkte zum Bereich zeitgenössischer Kammermusik geschaffen. In der Zeit von 1991 – 1998 wurden diese Arbeiten durch ein bisher unveröffentlichtes Streichquartett On Golden Wings (1993) vertieft und weiterentwickelt. Bis Ende 2005 widmete er sich ausschließlich dem Musiktheater. Versehen mit einem Kompositionsauftrag der Kunststiftung NRW und einer damit verknüpften Tonträgerproduktion des Westdeutschen Rundfunks Köln, komponierte er nach einer Reihe von Vorstudien zu Orchestrierungstechniken von 2002 – 2005 die Oper LORCA und das Libretto dazu. Die Tonproduktion seines ersten musiktheatralischen Werkes fand im Dezember 2005 statt. Das WDR-Rundfunkorchester spielte unter der Leitung seines designierten Chefdirigenten Michail Jurowski; die Partie des Lorca sang Thomas Dewald.
Weitere Infos auf http://www.peterherborn.de/
Phil Woods
Philip Wells „Phil“ Woods (geboren 1931 in Springfield) ist eine international bekannte Jazz-Größe. Das Altsaxophon, das er mit zwölf Jahren zu spielen begann, war sein erstes Instrument; vier Jahre lang erlernte er es privat. Mit 13 begann er, mit einer Jugendband zu spielen. Nach einem Sommersemester an der Manhattan School of Music schrieb er sich 1948 an der Juilliard School of Music für ein Vier-Jahres-Studium ein. Sein Hauptfach wurde die Klarinette. Er interessierte sich für klassisches Klarinettenspiel und wollte so viel wie möglich über die Musik lernen, statt sich ausschließlich auf die Jazzszene zu konzentrieren, was seiner Meinung nach ungünstig für den Erwerb der nötigen musikalischen Mittel war. An einer Verbindung von Jazz und klassischer Musik hatte er jedoch kein Interesse, da es sich hier um völlig unterschiedliche Kategorien handle. Aber auch als Jazzmusiker solle man bestimmte musikalische Techniken beherrschen, so Woods. Außerdem studierte er Komposition. Nach Juilliard hatte er Auftritte in New York und später mit einer eigenen Combo auf Staten Island. Schon vorher aber hatte er seine erste Aufnahme für „Prestige“ gemacht, zusammen mit John Wilson, kurz darauf unterschrieb er einen Vertrag mit dieser Plattenfirma. Nach Staten Island spielte er für ein paar Monate mit Neal Hefti, einschließlich zweier LPs mit der Band und eine davon zusätzlich mit dem Sänger Francis Wayne. Danach spielte er ein Jahr im Nut Club in Greenwich Village, mit Nick Stabulas, George Syran und Teddy Kotick. Mit Jon Eardley im Quintett entstand Phils erstes Album unter seinem eigenen Namen. Dann spielte er einen Monat lang im Cafe Bohemia mit Donald Byrd, Teddy Kotick und Will Bradley Jr. Das nächste größere Engagement war ein Monat bei der Birdland Tour (Februar 1956) mit Kenny Dorham, Conte Candoli, Al Cohn und der Rhythmusgruppe von Sarah Vaughan. In diesem Jahr war er Solist auf Quincy Jones´ Debütalbum This Is How I Feel About Jazz. Bekannter wurde er mit der Arbeit mit Dizzy Gillespies Big Band und mit der Friedrich Gulda Combo. 1958/59 spielte er im Quintett von Buddy Rich und war dann Gründungsmitglied der Big Band von Quincy Jones, bei dem er bis 1961 blieb. 1962 arbeitete er bei Benny Goodman und wirkte in den nächsten Jahren als Sessionmusiker, wie bei Benny Carters Album Further Definitions 1961. Mit seiner Frau Chan Richardson zog er nach Paris. Dort gründete er 1968 seine Band European Rhythm Machine (mit George Gruntz bzw. Gordon Beck am Piano, Henri Texier am Bass und Daniel Humair an den Drums). Mit dieser Gruppe trat er bis 1972 erfolgreich auf den europäischen Festivals auf, wobei (insbesondere wegen der verwendeten elektronischen Sounds und der Interaktion in der Rhythmusgruppe) der Eindruck aufkommen konnte, das Woods tendenziell in Richtung Rockjazz marschierte. Weiters spielte er mit der Kenny Clarke/Francy Boland Big Band, mit Rolf Kühn, 1972 in The George Gruntz Concert Jazz Band und nahm 1973 an einem von Joachim Ernst Berendt produzierten Alto Summit mit Lee Konitz, Leo Wright und Pony Poindexter teil. Anschließend kehrte er in die USA zurück. Er arbeitete in Los Angeles und in New York im Studio und nahm mit Aretha Franklin, Spyro Gyra, Lena Horne oder Michel Legrand auf. Er gründete jedoch auch eine neue Combo, in der über lange Jahre Tom Harrell und die Pianisten Hal Galper und Jim McNeely sowie Steve Gilmore und Bill Goodwin wirkten und die große Anerkennung erhielt. Mit dieser Band trug Woods insbesondere zum Revival des Bebop bei. Er nahm aber auch mit Dizzy Gillespie, Clark Terry, Jon Hendricks, Tommy Flanagan, Red Mitchell oder Marian McPartland auf. Woods steht auf dem Altsaxophon deutlich in der Nachfolge Charlie Parkers. Die von diesem entwickelten Stilelemente lockert er durch eine breitere Phrasierung auf und verändert die Tonbildung durch gelegentliche Growls und andere Bluesreminiszensen, wenn dies zur Melodielinie passt.
Weitere Infos auf http://www.philwoods.com/
Question Quartet
Das Essener Question Quartet widmet sich der Musik des Komponisten und Arrangeurs Peter Herborn, der nicht zuletzt aufgrund seiner Arbeit mit vielen internationalen Künstlern sowie den Big Bands des NDR und WDR zu den führenden Komponisten und Arrangeuren des europäischen Jazz gezählt werden darf. Die aus Deutschland, Holland und Kolumbien stammenden Musiker des Quartetts spielen neue, von Herborn speziell für diese klassisch besetzte Band geschriebene Kompositionen. In rhythmischer Hinsicht der Idiomatik des modernen Hardbops verpflichtet, geht die Harmonik ganz andere Wege. Indem sie fast ausschließlich Akkorde aus den Bereichen von Harmonisch Moll und Dur verwenden, die in der üblichen Jazzharmonik weitestgehend ausgeblendet werden, beschreiten die Musiker auf unaufdringliche Weise musikalisches Neuland.
Weitere Infos auf http://www.myspace.com/questionquartet
Brückenköpfe Ensemble
Dieses Ensemble wurde von Christoph Cech vor einigen Jahren als Mischbesetzung von klassischen und Jazzmusikern ins Leben gerufen. Die Musiker spielen ausschließlich in enger Tuchfühlung mit den Interpreten am Haus entstandene Werke.
Institut Jazz und Improvisierte Musik (JIM)
Das Institut Jazz und Improvisierte Musik (JIM) der Anton Bruckner Privatuniversität hat sich in den letzten Jahren eine hohe Reputation unter Österreichs Jazzausbildungsstätten erworben. Viele junge Hochbegabte zieht es hierher, um Jazz in seiner Vielseitigkeit und unzähligen zeitgenössischen Spielformen zu erfahren, ohne dabei aber den Bezug zur Tradition zu vernachlässigen. Die Ensemblearbeit der Studierenden umfasst die Interpretation vorgegebener Stücke, das Einstudieren selbst komponierter Werke sowie die präzise Leitung größerer Bands bis hin zur Big Band wie dem 25köpfigen „Think Bigger Orchestra“.


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